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Aktivitäten 2009/2010

 

Ansprechpartner vor Ort:

  • Schulleiter: Johannes Raus

  • Klassenlehrer der 10 M: Bernd Meier

Zusammenfassung der Kooperation


Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Klassenlehrer, dem gesamten Lehrkörper sowie mit den Schülern war wieder sehr erfreulich und produktiv. Sie hat für alle Beteiligten den Erfolg erbracht, den wir zu Beginn des Schuljahres erwartet und angestrebt hatten. Schulleitung wie auch Schüler dieser Hauptschule legten wie im Vorjahr Wert darauf, das „Image“ ihrer Hauptschule aufzuwerten. Sie wollten ein gemeinsam von Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10, wie auch von einzelnen Schülern der jüngeren Jahrgangsstufen konzipiertes kreatives Projekt mit Außenwirkung, eine Reflexion der positiven Atmosphäre, die auf dieser Hauptschule herrscht, entwickeln. Im Deutschunterricht wurde das Drehbuch für einen modernen Heimatfilm erstellt. Einige sehr engagierte Schüler der Klassen 10M und 9R, sowie ehemalige Schüler dieser Schule, die bereitwillig ihre Mithilfe anboten, bildeten den ‚harten Kern’ für das andere, parallel laufende, Projekt „Schülerschätze“.

 

An der Hauptschule Fischbachau befinden sich viele talentierte und fähige Schüler, die zum Großteil aus landwirtschaftlich oder handwerklich geprägten Elternhäusern stammen. Das Gefühl ein ‚Übriggebliebener’ zu sein, ein sehr trauriges Phänomen, das leider an manchen Hauptschulen zu finden ist, gibt es hier nicht. Die Schüler sind auf dieser Schule, weil sie dort sein wollen. Die Schule strahlt Heiterkeit und Disziplin aus. Die meisten Schüler sind freiwillig und gerne dort, weil sie entweder handwerkliche Berufe, kaufmännische / hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Gemeindeverwaltung, Gesundheitswesen etc. anstreben, die direkt über eine Lehre zu realisieren sind, oder aber um nach erfolgreichem Abschluss des ‚M-Zuges’ eine höhere Schulausbildung über die Fachoberschulen anzuhängen.




Kreativ-Projekt: Moderner Heimatfilm „Himmi @ Erd’n“ als Klassenprojekt


Daten:

  • Anzahl der Teilnehmer: 25 Schüler mit Klassenleiter Herrn Bernd Maier aus den Schulklasse 9 M im Deutschunterricht

  • Beteiligung des Klassenleiters, des Schulleiters Herrn Johannes Raus und Religionslehrer Diakon Bauer als Darsteller im Film

  • Projektdauer: Kurz nach Schuljahresanfang bis zu Beginn der Prüfungszeit


Regelmäßige Termine in der Schule:

  • einmal wöchentlich Erarbeitung des Drehbuches und Dreharbeiten in der Unterrichtsstunde, mit allen Teilnehmern, manchmal in Anwesenheit des Klassenlehrers, auch des Schulleiters , sofern gewünscht oder erforderlich

  • einmal wöchentlich am Nachmittag Projektarbeit (Drehbuch schreiben, Choreografie, Filmmaterial sichten, berufsvorbereitende Arbeiten (circa 2 Stunden)

  • Besuche unserer Kooperationspartner (z.B. Bürgermeister Josef Lechner aus Fischbachau im Rathaus, Kath. Jugendstelle Miesbach)


Termine nach Bedarf des Projektfortschrittes:

  • Gruppentermine in unseren Projekträumen für Gestaltungsarbeiten

  • Einzeltermine für berufsvorbereitende Arbeiten

  • Termine bei Dreharbeiten an den Drehorten

  • Termine am Schnittcomputer in unseren Projekträumen oder bei den Jugendlichen

  • Vorführtermine in der Schule zur Information nicht direkt beteiligter Schüler oder ehemalige Schüler, die ihre aktiver Hilfe angeboten haben


Der Erfolg des modernen Heimatfilmes „Kurv’n Kratz’n“, den wir im vergangenen Jahr gedreht hatten, führte dazu, dass auf Wunsch der Schüler wir dieses Film-Genre wiederholt haben. Die Beliebtheit des modernen Heimatfilmes bei diesen Schülern hat sicher viel damit zu tun, dass einige aus landwirtschaftlichen Familien stammen und fest mit ihrer Heimat und ihren Traditionen verbunden sind. Die Schulklasse war jedoch im Gesamtbild etwas anders als im Vorjahr. Sie war weniger homogen, da die familiären Hintergründe vielfältiger, und damit die Schwerpunkte der beruflichen und privaten Interessen sowie ihre Zukunftsorientierung differenzierter waren. Ein Teil der Klasse geht in Lehrberufe, der andere zu weiterführenden Schulen: Sie fühlten, dass dies reichlich Stoff zu möglichen Konflikten ergeben konnte. Daraus entstand der Wunsch der Klasse, verschiedene Lebensgewohnheiten darzustellen, ‚Mobbing’ zu thematisieren, Gemeinsamkeiten und ungewöhnliche Lösungen zu finden:


  • Drehbuch (teilweise in Mundart) - Alle Schüler sind beteiligt über den Deutschunterricht - Plot wird schriftlich niedergelegt mit mehreren Versionen – das Beste wird von der Klasse ausgewählt - das Drehbuch wird dadurch bunt und lustig-unterhaltsam, eine beachtliche Leistung

  • Drehort: Handwerklich begabte Schüler verwandeln das strenge Klassenzimmer in eine Filmkulisse mit Hilfe von bunten Tüchern und – viel - Improvisation; ansonsten war das Schulgebäude einziger Drehort, um den beteiligten Schülern stets Kontakt untereinander zu ermöglichen.

  • Kostüme und Styling werden aus einfachen Mittel wirkungsvoll entworfen

  • Filmdreh: Den Schülern, die noch nie einen „echten“ Film gedreht haben, werden Methodik wie auch die technischen Hilfsmittel ( Dolly, Ton-Arm etc.) nähergebracht

  • Filmschnitt: Schüler, die sich in dieser Richtung – u.U. später auch beruflich - interessieren, installieren Schnittprogramme am PC, lernen sie zu bedienen: unter Anleitung der Projektleiterin scheiden sie ihren eigenen Film, sogar mit Spezialeffekten, Internet-Downloads, Titles usw.

  • Vernetzung: eine Kurzversion (Trailer) des Films wird hergestellt, um später in das parallel laufende Tanz- und Multi-Media-Projekt „Schülerschätze“ und dann auch im Sommer in das Jugendfestival „Hamma Happening“ eingebunden zu werden


Schulprojekt Multimedia und Tanz Aufführung „Schülerschätze“

Daten:

  • Anzahl der Teilnehmer bei der Aufführung: 60 Schüler aus der Hauptschule Fischbachau, andere Hauptschulen im Landkreis wie Neuhaus , Rottach-Egern, Schüler der Grundschule Elbach, ehemalige Schüler der Hauptschule Fischbachau, Mitglieder der Cross-Over Team Stiftung

  • Beteiligung bei der Aufführung: Schulleiter Herr Johannes Raus, Konrektor Herr Gerhard Stangl, die Klassenleiter Frau Helene Nikidopoulos und Herr Bernd Maier als Darsteller der Jury

  • Anzahl der Zuschauer bei der Vorführung: ca. 250

  • Anzahl der Schüler im „harten Kern“ der Leitungsgruppe: 7; darunter zwei Teilnehmerinnen besonders aktiv

  • Projektdauer: Kurz nach Schuljahresanfang bis zum Beginn der Prüfungszeit: Aufführung am 27. 3.09; weiterhin sehr aktive Gruppe bis Schuljahresende

 

Zu Beginn des Schuljahres haben sich über 30 Schüler zur Teilnahme gemeldet, um eine ähnlichen Konzeption, wie sie im vergangenen Jahr schon entstanden war, in laufenden Schuljahr zu realisieren. Die Projektleitung übernahm ein „harte Kern“ von Schülern der 9. Abschlussklasse, die von sich aus den Wunsch geäußert hatten, dieses Konzept unbedingt umsetzen zu wollen. Ihr Einsatz war vorbildlich. So konnten wir die Schüler und ihre Arbeitsweise sehr gut kennenlernen und die oben angeführten Methoden und Hilfestellungen über das gesamte Schuljahr hinweg zu ihrem individuellen Vorteil (Lehrstellensuche, Vorbereitung auf weiterführenden Schulen, Vertiefung von berufsorientierten Kompetenzen) anwenden. Wir bitten um Verständnis, dass wir diese vielen ‚Fallbeispiele’ aus verständlichen Gründen nicht namentlich aufführen können, sie sind jedoch, jeder einzelne, der Schulleitung bekannt.


Konzeption und Realisation

  • Die methodische Vorgehensweise in der Arbeit und dem Einsatz von Terminen während des gesamten Schuljahres entspricht dem in der Einführung genannten Schema.

  • Konzept: Alle Schüler der Hauptschule Fischbachau wie auch Schüler mit Darbietungen laufender Projekte von anderen Kooperationsschulen wurden aufgefordert, ihre Talente zu zeigen: Theaterspielen, Tanzen (Hip Hop, Jump-Style, Jazz, Ausdruckstanz, wie auch traditionell), Singen, Musikinstrumente spielen, Fotografieren - auch Handy-Fotos -, Filmen, Licht- und Tontechnik, Videosequenzen, Grafitti für Bühnenbildgestaltung

  • Drehbuch: Alle vorhandenen Darbietungen werden in eine gut zusammengestellte Talent Show eingebaut; die Lehrer bilden eine Jury, eine Persiflage der Vorlagen aus dem Fernsehen

  • Gestaltung des Drehbuches: methodisches Arbeitenlernen war hier das Ziel. Dies war sehr intensiv und zeitaufwendig. Die gesamte Aufführung wurde exakt in Excel Tabellen festgelegt ( ‚Storyboard’ wie bei den Profis). Jeder Vorgang wurde festgehalten: Arbeitseinteilung, die Reihenfolge der Einsätze der Kommentatoren und Darbietungen, Texte der Ansager, Musikauswahl, Musikschnitt, Entwurf von digitalen Bühnenbilder für eine Großleinwand, Licht- und Toneinsatz, Gestaltung der Grafitti-Bühnenbilder, Kostüme, Stage Management, Vorbereitungen und Hilfen im Backstage-Bereich, Koordination mit dem Kollegium, Aufbau, Abbau usw.. An vielen Tagen, auch sehr oft außerhalb der Schulzeit, wurde stundenlang hart gearbeitet.

  • Koordination mit dem Schulleiter: regelmäßige Informationstreffen findet statt, auch in der Konzeptionsphase

  • Kooperation mit Bürgermeister Josef Lechner- die Kerngruppe erklärt ihr Unterfangen, bittet um Teilnahme und Hilfe bei:

  • Sponsorensuche: Die Schüler entwerfen ihren eigenen Bittbrief, sie werden belohnt mit eine finanziellen Unterstützung der Raiffeisen Bank

  • Proben: 1- bis 2-mal wöchentlich finden Tanzproben mit Hilfe der Choreografin Lily vom Cross-Over Team statt; Durchlaufproben in der Endphase fast täglich

  • Öffentlichkeitsarbeit: Die Schüler lernen Pressemitteilungen zu verfassen und diese rechtzeitig zu verschicken. Mit Hilfe einer Werkskunstlehrerin aus Hausham wird ein Flyer entworfen, in der Schule kopiert und an alle möglichen Interessenten verteilt

  • Handy Foto Ausstellung: Im Rahmen dieses Events stellen einige Schüler Fotos ihrer Freizeitaktivitäten und Naturimpressionen mit digital bearbeiteten Bilder zu einer kleinen Ausstellung zusammen

  • Grafitti- Bühnenbild: Gestaltet von einem begabter Schüler der 10. Klasse

 


Die Aufführung

Zur großen Freude der Schulleitung, des Kollegiums, des Bürgermeisters, der Sponsoren, von Vorständen des Kreisjugendrings, der örtlichen Presse, der Eltern, der Mitschüler und ganz besonders der fleißigen und engagierten Beteiligten gelingt uns eine überaus sehenswerte Multimedia- und Tanzaufführung. Die Schüler sind überglücklich und wünschen sich natürlich nach einem so reibungslosen und spritzigen Erfolg eine Wiederholung. Und sie haben Glück: Bürgermeister Josef Lechner ist so sehr beeindruckt von ihrer professionellen Leistung, dass er ihnen vorschlägt, ein Jugendfestival in Kooperation mit dem Kreisjugendring am 2. August im großen Festzelt nach Beendigung der 12-Stunden-Mountainbike- Weltmeisterschaft in Fischbachau zu veranstalten. Dies sollte zu einer weiteren Vernetzung unserer Projekte im südlichen Landkreis beitragen und die so angesprochenen Beteiligten sagen freudig zu, mehr dazu später.


Schulleiter Johannes Raus ist hoch erfreut über die Leistung seiner Schüler und auch über das Gelingen der Aufführung. Er berichtet: „Die zahlreichen Zuschauer kamen aus dem Staunen über die Leistung unserer Hauptschüler nicht heraus. Diese Jugendlichen werden von der Öffentlichkeit total verkannt—aber bei uns in Fischbachau läuft es eben anders! Viele Eltern und Schüler können sich freuen über die Tatsache, dass sie ihre Kinder auf dieser Schule haben. Wie doch eine einzige Aufführung so viel Talent zum Vorschein bringen und eine derartige Sichtänderung bewirken kann!“

Auch uns spricht er viel Dank und Lob aus. Unser Dank geht zurück!



Bis zur Abschlussfeier der Hauptschule Fischbachau konnten alle, mit Ausnahme eines von uns betreuten Schülers, ihrer Perspektive entsprechend in Lehre oder weiterführenden Schulen untergebracht werden. Die vielen Einzelberichte über Maßnahmen und Betreuungshilfen, mit denen wir erfolgreich den Schülern helfen konnten, würden den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Für weitere Informationen stehen wir gerne zu Verfügung, soweit die gebotene Vertraulichkeit gewahrt werden kann.


Jugendfestival „Hamma Happening“ und „Schülerschätze “ als Fallbeispiel für die Veranstaltung von Multimedia-Aufführungen mit dem Ziel, die berufsbezogenen Kompetenzen der Schüler spielerisch zu fördern.


Wie bereits erwähnt, bekamen die am Projekt beteiligten Schüler wegen des Erfolges der Aufführung von Bürgermeister Josef Lechner das Angebot, diese Vorstellung unter veränderten Rahmenbedingungen zu wiederholen. Damit wurde Ihr voller Einsatz ein weiteres Mal abgerufen, wobei – erfreulicherweise – nach selbstkritischer Rückbetrachtung frühere Fehler durch die Schüler erkannt und vermieden wurden und die Vorbereitung der Aufführung unter Einbeziehung der gemachten Erfahrungen sehr professionell und zeitsparend betrieben wurde. Denn der Zeitraum zwischen den beiden Aufführungen musste vor allem zur intensiven Vorbereitung der anstehenden Quali-Prüfungen genutzt werden, wozu auch div. Nachhilfemaßnahmen unsererseits beitrugen. . Dreien der Teilnehmerinnen, die noch keine feste Zusage auf eine Lehrstellen hatten, konnten wir helfen, und sie doch noch in einem Lehrverhältnis unterzubringen.

Diese „Kerngruppe“ Schülerschätze ist ein typisches Fallbeispiel, wie wertvoll und wirkungsvoll sich praktische multimediale Jugendarbeit auch kurzfristig auf die Entwicklung der Schüler beim Übergang von Schule zu Berufsausbildung bzw. schulischer Weiterbildung auswirken kann.

Unsere Multimedialen Events und ihre Durchführung geben einen Rahmen, ein Werkzeug, mit deren Anwendung die Jugendlichen quasi spielerisch auf die Realität der sie erwartenden Erwerbswelt hingeführt werden können. Wir machen diese Veranstaltungen nicht zur Freizeitbeschäftigung, noch verstehen wir uns als eine Entertainment-Agentur. Die Jugendlichen haben sich Ihre Projekte selbst ausgesucht, sie sind eigenmotiviert und sie wissen, dass ihre Umgebung ihnen zusieht, auch wollen sie unbedingt Erfolg haben: Alles wie im ‚echten Leben’. Außerdem, sieht man an diesem Fallbeispiel, wie wirkungsvoll unsere Empfehlungen sind, weil ein Arbeitgeber wertvolle Informationen durch uns erhält, die wir aus dem Verhalten der Schüler in einer Arbeitswelt-ähnlichen Situation ableiten können.

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